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Moderne Router können durch Wi-Fi Überwachungsinstrumente werden

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Die Wi-Fi-Technologie ist fast überall präsent: in Wohnungen, Büros, Cafés, Hotels und öffentlichen Räumen. Eine neue Studie weist jedoch auf ein potenziell großes Datenschutzrisiko hin: Moderne Router könnten zu Wi-Fi-Überwachungsinstrumenten werden, die in der Lage sind, Personen ohne Kameras und sogar ohne dass diese ein Telefon oder ein anderes verbundenes Gerät bei sich tragen, zu identifizieren und zu verfolgen.

Die Entdeckung stammt von Forschern des Karlsruher Institut für Technologie und basiert auf der Funktionsweise moderner Wi-Fi-Technologie.

Wie funktioniert die Personenidentifikation durch Wi-Fi-Signale?

Router, die mit Wi-Fi 5 (802.11ac) und neueren Versionen kompatibel sind, verwenden eine Technologie namens Beamforming, die darauf abzielt, die Geschwindigkeit und Stabilität der Verbindung zu optimieren. Für diesen Prozess senden die verbundenen Geräte technische Informationen, sogenannte Beamforming Feedback Information (BFI), an den Router zurück.

Das Problem ist, dass diese Daten durch die Luft zirkulieren und laut der Forschung passiv von anderen Geräten in der Nähe abgefangen werden können.

Wenn sich eine Person durch den vom Wi-Fi-Netzwerk abgedeckten Raum bewegt, verändern ihr Körper und ihre Bewegungen die Ausbreitung der Funkwellen. Diese Veränderungen erzeugen ein einzigartiges Muster, einen „Fingerabdruck“ basierend auf Gang und Bewegung, der für die Identifizierung ausreicht.

Noch besorgniserregender ist die Tatsache, dass die Methode keinen Netzwerkzugang, kein Wi-Fi-Passwort oder eine Kompromittierung des Routers erfordert.

Die Wi-Fi-Überwachungstechnologie kann Personen mit einer Genauigkeit von 99,5 % identifizieren

In Tests mit 197 Teilnehmern erreichten die Forscher eine Identifikationsrate von etwa 99,5 % und konnten dieselbe Person wiedererkennen, wenn sie den überwachten Bereich erneut durchquerte.

Praktisch würde dies bedeuten, dass, wenn ein System zuvor trainiert worden wäre, das Gangmuster einer Person mit deren Identität zu verknüpfen, die spätere Überwachung ohne Smartphone, Smartwatch oder andere Geräte erfolgen könnte.

Dies verändert das Paradigma der digitalen Überwachung vollständig. Bisher konzentrierten sich Diskussionen über Tracking hauptsächlich auf Mobiltelefone, Cookies oder Videokameras. Der neue Ansatz würde die direkte Identifizierung durch bloße Anwesenheit in einem von Wi-Fi abgedeckten Raum ermöglichen.

Welche Auswirkungen hat das?

Experten warnen, dass die Technologie ernsthafte Auswirkungen auf die Privatsphäre haben könnte:

  • Mitarbeiterüberwachung in Büroräumen;
  • Analyse des Personenstroms in Geschäften und Einkaufszentren;
  • Identifizierung von Besuchern in öffentlichen Räumen;
  • Erfassung von Verhaltensdaten ohne Zustimmung;
  • Einsatz in unsichtbaren Überwachungssystemen.

Darüber hinaus behaupten die Forscher, dass jeder Ort mit modernen Routern, Cafés, Flughäfen oder Hotels theoretisch zu einem passiven Identifikationspunkt werden könnte.

Wie kann sich die Wi-Fi-Überwachungstechnologie in Zukunft entwickeln?

Derzeit haben normale Benutzer nur begrenzte Möglichkeiten. Da der Mechanismus in moderne Wi-Fi-Standards integriert ist, beseitigt ein einfacher Passwortwechsel oder die Verwendung eines VPN das Risiko nicht.

Die Forscher empfehlen die Einführung zusätzlicher Schutzmaßnahmen für BFI-Daten in zukünftigen Wi-Fi-Standards, einschließlich deren Verschlüsselung.

Bis dahin können Benutzer einige präventive Maßnahmen ergreifen:

  1. Ständige Aktualisierung der Router-Firmware;
  2. Deaktivierung ungenutzter Funktionen;
  3. Verwendung separater Netzwerke für IoT-Geräte;
  4. Vermeidung unnötiger Verbindungen zu öffentlichen Netzwerken.

Mehr als nur ein einfaches Gerät für den Internetzugang

Die Entdeckung zeigt, dass Wi-Fi-Router nicht mehr nur Geräte für den Internetzugang sind, sondern unerwartete Quellen für die Sammlung von Daten über menschliches Verhalten werden können.

Mit der Entwicklung drahtloser Technologien muss die Diskussion über Sicherheit über Passwörter und klassische Verschlüsselung hinausgehen. In Zukunft könnte der Schutz der Privatsphäre auch die Kontrolle darüber bedeuten, wie Funksignale unsere Anwesenheit und Bewegungen beschreiben.

Quellen: www.kit.edu, publikationen.bibliothek.kit.edu

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